Die Technik des E3
Elektrospezifisches Design, eigenständiges Antriebskonzept und Netzintegration in einer einheitlichen Architektur


Der im Auftrag der EWE AG produzierte E3 ist ein echtes Elektroauto und gleichzeitig ein alltagstauglicher und straßenzugelassener batterieelektrischer Personenwagen im A-Segment.

 

Er hebt sich deutlich von vergleichbaren Hybrid- oder Konversionslösungen ab. Sein technischer Reifegrad ist der einer funktionstüchtigen Vorserie. Er weist eine herstellerunabhängige Elektroarchitektur auf und kann sich flexibel auf verschiedene Formen der Netzeinbindung einstellen.

 


Praxisorientierte Produktbeschreibung
Die Steilhecklimousine hat vier Einzelsitze, vier Türen und eine vollwertige Kofferraumkapazität. Das Auto hat keine spürbaren Einschränkungen im Raumangebot durch die Antriebs- und Speicherkomponenten. Die Traktionsbatterie ist in die Karosserie von unten eingefügt worden und damit völlig in den Rohbau integriert. Die Reichweite im NEDC-Zyklus liegt bei 200 km und im realen Alltagsbetrieb bei deutlich über 150 km.

Die elektrische und elektronische Integration des Netzes ermöglicht ein „intelligentes Laden“ durch eine zukünftig drahtlose Kommunikation auf den Leistungsleitungen zum Netz. Schon das erste ausgelieferte Fahrzeug ermöglicht eine Schnellladung an 400V mit Industriestromanschluss.

Das Forschungsziel des 3-phasigen Rückspeisens und der Bidirektionalität der Energieversorgung wird durch eine offene CAN-Architektur erreicht. Rein passives Laden ist jederzeit für alle Stecker (230V/400V) möglich.

Originäres E-Car Design
Der Ausdruck von Elektromobilität ohne Einschränkungen stand für die Definition des Fahrzeugdesigns im Vordergrund. Das Design zeigt ein schon von weitem erkennbares EWE-Elektrofahrzeug. Die Verbindung von Koordination und Kommunikation wird durch optische und funktionale Elemente im Lichtkonzept, in der Energieversorgung und auch in Design und Farbe demonstriert. Die transparente Motorhaube und die Funktionsklappe für Elektrik mit der integrierten Stromversorgung sind ein Blickfang und erwecken die Neugier des Betrachters.

Das sportlich wirkende Elektromobil verzichtet mit seinen transparenten Oberflächen auf sichtbare Dichtungen zu Gunsten eines modernen glattflächigen Körpers. Ausgeprägte Radhäuser unterstützen die Wirkung. Das Thema elektrische Energie wird durch die Leiterbahnen und die Platinenstruktur sowohl bei der Tagesfahrt als auch bei Dunkelheit sichtbar gemacht und unterscheidet das Fahrzeug deutlich von solchen mit Verbrennungsmotor. Das Lichtband soll an die Synapsen der menschlichen elektrischen Informationsströme zwischen den Gehirnzellen erinnern.

Das Cockpit wird durch zwei elektronische Anzeige- und Kommunikationsinstrumente geprägt, die das Energie-Management visualisieren und über die der Fahrer alle relevanten Fahrzeugdaten abrufen kann. Der Schalter für die Fahrstufen befindet sich in der Mittelkonsole, die sich bis in den Fond erstreckt. Der Fondbereich wurde mit zwei vollwertigen Einzelsitzen ausgestattet. Alle Sitze sind mit einem neu entwickelten Stoff bezogen, der die Außenfarbe aufnimmt und ins Interieur überträgt.

Klares Alleinstellungsmerkmal
Das Fahrzeug verfügt über eine energiesparende Niedrigenergieklimaanlage, die die Restwärme der Leistungskomponenten nutzt und über ein eigenes Klimasteuergerät die Anforderungen verschiedener Betriebspunkte realisiert. Weiterhin ermöglicht die in den Rohbau integrierte Batterie eine rein passive Kühlung durch die Nutzung von Unterbodenluft sowie einen schnellen Batteriewechsel (für Forschungszwecke).

Die vorserienfähigen Antriebskomponenten sind ein Synchronmotor, der auch im Teillastbereich hohe Wirkungsgrade aufweist und ein wassergekühlter Umrichter, der über ein eigenes Abschaltsystem verfügt. Der Umrichter kann betriebspunktabhängig die Leistung schalten, d.h. temperatur- und profilabhängig dosieren. Auf diese Weise sind Anfahrleistungen von 57kW und Dauerleistungen von 37kW möglich. Außerdem wurde für den E3 ein einstufiges Seriengetriebe angepasst, das schon jetzt die Zielkosten der Serie erreicht.

Das Fahrzeug verfügt über eine komplette Ferndiagnose aller Komfort- und Leistungseinheiten über GSM. Auf diese Weise kann es mit dem Internet kommunizieren und dem Fahrer ebenfalls gezielte Standortinformationen übermitteln. Auch das beweist, dass im E3-Projekt der Netzintegration in Hardware und Software der gleiche Stellenwert beigemessen wird wie dem Fahrzeug als solchem. Dadurch unterscheidet sich der E3 deutlich von anderen Elektrofahrzeugen, die sich alleine auf den batterieelektrischen Antrieb konzentrieren, den Kommunikationsaspekt jedoch vernachlässigen.

 

Stand: 03.09.2009

Quelle: PM Karmann