Strom vom eigenen Dach auch unterwegs laden

Gemeinsam mit dem Parlamentarischen Staatssekretär des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), Enak Ferlemann, und der Parlamentarischen Staatssekretärin des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi), Brigitte Zypries, weihte das Berliner Unternehmen ubitricity heute am 3. Dezember einen weiteren Laternenladepunkt ein. Der lichtmastintegrierte Ladepunkt befindet sich im Schwarzen Weg in Berlin-Mitte, direkt vor dem Gebäude des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur.

Dr. Frank Pawlitschek (ubitricity), PStS Enak Ferlemann (BMVi), PStS Brigritte Zypries (BMWi) und Knut Hechtfischer (ubitricity) nehmen den Laternenladepunkt im Schwarzen Weg am 3.12.2014 in Betrieb ©ubitricity
Dr. Frank Pawlitschek (ubitricity), PStS Enak Ferlemann (BMVi), PStS Brigritte Zypries (BMWi) und Knut Hechtfischer (ubitricity) nehmen den Laternenladepunkt im Schwarzen Weg am 3.12.2014 in Betrieb ©ubitricity


 ubitricity zeigt auch an diesem Lichtmast in Berlin, wie einfach und effizient Nutzer von Elektrofahrzeugen jetzt auch unterwegs den Strom vom Lieferanten ihrer Wahl laden können. Möglich wird das durch ein intelligentes Ladekabel mit Stromzähler und Mobilfunkanbindung, das Autofahrer statt ihres Standard-Ladekabels zum Ladepunkt mitbringen. Als Ladepunkte reichen dank der Technik im Ladekabel verhältnismäßig einfache Steckdosen, die günstig in der Anschaffung sind und praktisch keine laufenden Kosten mehr auslösen. Sie können aufgrund ihrer geringen Größe z.B. vollständig in bestehende Lichtmasten installiert werden. Auch intelligente Dienstleistungen werden durch den Einsatz mobiler Stromzähler überall möglich: So kann etwa künftig der Strom von der eigenen Solaranlage an einer Laterne mit ubitricity Ladepunkt in Berlin geladen werden.

 

Über die Lösung von ubitricity im Detail

ubitricity bietet die Lösung für flächendeckend intelligente und dennoch bezahlbare Ladeinfrastruktur an nahezu allen Orten, wo Elektrofahrzeuge länger parken. Kernidee ist der Einsatz mobiler Stromzähler und Mobilfunktechnik im Ladekabel oder im Elektrofahrzeug. Gemessen, abgerechnet und kommuniziert wird nicht über einen Zähler im Ladepunkt, sondern über ein intelligentes Ladekabel. Dies bietet erhebliche Kostenvorteile, ist anreizkompatibel und ermöglicht neue Dienstleistungen der Energiewirtschaft: Strom unterwegs.

 

Für ihre intelligenten Ladekabel wählen die Nutzer den Stromlieferanten ihrer Wahl aus und bringen ihren Stromanbieter so zum Ladeort mit. So kann etwa der Wunsch-Ökostrom aus Berliner Laternen geladen und gleichzeitig die smarte Netzintegration durch gesteuertes Laden erreicht werden.

 

Konventionelle Infrastrukturlösungen können die freie Anbieter- und Produktwahl für den Stromkunden mit E-Fahrzeug nicht konsequent sicherstellen. Fahrzeuge stehen nur dann dem Netz als regelbare Verbraucher maximal zur Verfügung, wenn sie möglichst während jeder längeren Parkzeit smart mit dem Netz verbunden werden können. Konventionelle Ladesäulen sind dafür flächendeckend zu teuer. Durch mobile Zähltechnik werden die Vorteile der E-Fahrzeuge als Partner einer fluktuierenden Erzeugung wirtschaftlich realisiert, da als Ladepunkte günstige Systemsteckdosen reichen.

 

Anders als Ladesäulen verursachen Systemsteckdosen keine laufenden Kosten für die Autorisierung des Nutzers, Online-Kommunikation sowie Messung und Abrechnung des Stroms. Es handelt sich um spezielle, technisch einfache Steckdosen, die nicht nur an Wände, sondern sogar vollständig in Lichtmasten eingebaut werden können – stadtbildfreundlich und Vandalismus geschützt. Die Kosten für Ladeinfrastruktur im öffentlichen Raum lassen sich so um bis zu 90 Prozent zu reduzieren. Im Rahmen eines Technologietests rüstet das Unternehmen bis zu 100 Straßenlaternen in Berlin mit ubitricity-Systemsteckdosen zu Ladepunkten für Elektrofahrzeuge auf.

 

Besonders effizient ist die Lösung, wenn bestehende, geeignete Stromanschlüsse genutzt oder bei anstehenden Neubau-, Sanierungs- oder Modernisierungsmaßnahmen der öffentlichen Beleuchtung die Systemsteckdosen gleich mitverbaut werden. Jährlich werden bundesweit etwa 300.000 Lichtmasten erneuert oder ausgetauscht. So entstehen hohe Synergieeffekte, die Kommunen neue Dienstleistungen zu niedrigen Kosten ermöglichen.

 

„Wir freuen uns sehr, unsere vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie in der Entwicklung geförderte Lösung mit Unterstützung auch des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur in einem Lichtmasten vor den Bundesministerien zeigen und erproben zu können“, sagt Frank Pawlitschek, Mitgründer und Geschäftsführer von ubitricity.


„Konventionelle Ladeinfrastruktur ist gerade für den öffentlichen Raum unwirtschaftlich. Es existieren keine Geschäftsmodelle, so dass die Subventionierung aus Steuermitteln erforderlich wäre. Durch den Einsatz mobiler intelligenter Stromzähler machen wir Ladeinfrastruktur nicht nur zuhause und am Arbeitsplatz, sondern sogar im öffentlichen Raum wirtschaftlich“, ergänzt Knut Hechtfischer, Mitgründer und Geschäftsführer von ubitricity.

 

Enak Ferlemann: „Mit unserem im Kabinett verabschiedeten Elektromobilitätsgesetz haben wir einen attraktiven Rahmen für innovative Mobilität in Deutschland geschaffen. Wir werden uns dafür einsetzen, dass diese Regelungen jetzt schnell umgesetzt werden, damit wir so der Elektromobilität einen weiteren kräftigen Schub verleihen. In einer zweiten Stufe geht es um den Ausbau der Ladeinfrastruktur. Neben der Anschubfinanzierung seitens der öffentlichen Hand ist in den nächsten Jahren auch das Engagement der Privatwirtschaft gefragt. Hierfür ist das Berliner Unternehmen Ubitricity ein gutes Beispiel. Ich freue mich, dass wir heute gemeinsam einen der ersten Straßenlaternenladepunkte einweihen.“

 

Brigitte Zypries: „Die Entwicklung der Elektromobilität ist eine Heraus-forderung, die wir annehmen. Voraussetzung für Elektromobilität ist ein bedarfsgerechtes Netz an öffentlich-zugänglichen Ladeeinrichtungen. Innovative Unternehmen wie Ubitricity zeigen, dass vieles möglich ist. Der Strom aus dem Laternenpfahl bringt viele Ladestationen. Und das intelligente Stromkabel garantiert die Abrechnung über den eigenen Stromversorger. Eine tolle Idee!"

 

Gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie entwickelte ubitricity das System im Labormustermaßstab im Rahmen des Projekts „On-Board Metering I“ gemeinsam mit der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt, VOLTARIS und ITF-EDV Fröschl.


Im derzeitigen Anschlussvorhaben „On-Board Metering II“ wird die Technologie weiterentwickelt, im Feld getestet und evaluiert. In diesem Zusammenhang erprobt ubitricity insbesondere auch das Laden am Lichtmast in Berlin.

 

Quelle: PM ubitricity